Tag: Wolfgang Arnold
Wolfgang Arnold
Wolfgang Arnold arbeitete nach dem Studium des Bauingenieurwesens an der Universität Stuttgart zunächst von 1974 bis 1978 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen dieser Hochschule. 1978 bis 1987 war er Leiter der Planungsabteilung des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart GmbH (VVS). Nach seinem Wechsel zu den Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) leitete er dort den Unternehmensbereich Technische Unternehmensplanung. Seit 2000 ist er Technischer Vorstand der SSB. Arnold ist Mitglied des Aufsichtsrats des Verkehrs- und Tarifverbundes Stuttgart GmbH (VVS). Er ist in Gremien des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und des internationalen Verbandes für öffentliches Verkehrswesen (UITP) tätig. Arnold ist fleißiger Vortragsredner zur Alternative Kopfbahnhof 21 („geht nicht, finanziert niemand, baut keiner, …“). Arnold ist auch stellvertretender Vorstand des Verkehrswissenschaftlichen Instituts von Prof. Ulrich Martin.
FERPRESS-Bericht vom 28. September 2010:
Schwerste Verflechtungs-Vorwürfe gegen den designierten Vorstandssprecher der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB), den Technischen Vorstand der SSB Wolfgang Arnold, der ab 1. Oktober neuer SSB-Chef werden soll.
Dem technischen Vorstand der Stuttgarter Straßenbahn, Dipl.-Ing. Wolfgang Arnold, wird vorgeworfen, seine Stellung
als Vorstand der Stuttgarter Straßenbahn (SSB) für – auch honorierte -Werbeauftritte zugunsten von Stuttgart 21
zu missbrauchen.
Der seit 2000 „Technische Vorstand“ der SSB Wolfgang Arnold übernimmt – sofern nichts dazwischen kommt – zum 1. Oktober innerhalb des dreiköpfigen Vorstandes im städtischen Verkehrsunternehmen die Aufgabe des Vorstandssprechers, ist also neuer SSB-Chef. Arnold (59) ist auch Mitglied verschiedener Gremien des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen und des Internationalen Verbandes für das öffentliche Verkehrswesen.
Wolfgang Arnold ist zugleich der ehrenamtliche Vorstand des Verkehrswissenschaftlichen Instituts an der Universität Stuttgart (VWI e.V.). Hierbei handelt es sich um einen eingetragenen Verein, dessen Direktor Prof. Martin ist und in dessen Beirat Prof. Heimerl sitzt. Der VWI e.V. ist zudem Mehrheitsgesellschafter der VWI GmbH, einem Forschungs- und Beratungsbüro für schienengebundenen und öffentlichen Verkehr.
Aufsichtsräte kritisieren, dass der SSB-Chef seine scheinbar neutrale Stellung als Vorstands eines Nahverkehrsunternehmens nutze, um in der Öffentlichkeit für S21 zu werben. Wolfgang Arnold hat bisher seine Verbindung zum VWI e.V. immer verschwiegen.
Arnold ist zuletzt mehrfach auf Einladung der Gemeinderatsfraktionen von CDU, SPD, FDP und Freien Wählern in Veranstaltungen als Referent aufgetreten und hat das Alternativkonzept Kopfbahnhof 21 als „Phantom“ bezeichnet. Kopfbahnhof 21 sei nicht planfestgestellt und nicht machbar. Der Einsatz von Wolfgang Arnold wird von dem SSB-Aufsichtsratsvorsitzenden und Oberbürgermeister Wolfgang Schuster ausdrücklich gelobt und unterstützt.
Einige Aufsichtsräte äußern nunmehr jedoch Bedenken, ob Vorstand Wolfgang Arnold aufgrund der Verflechtung mit dem VWI und den Projektbefürwortern überhaupt in der Lage sei, die berechtigten Interessen der SSB loyal gegenüber der Deutschen Bahn zu vertreten. Die Stuttgarter Straßenbahnen stehen in Verhandlungen mit der Bahn über die Kosten des Umbaus von zwei Stadtbahnhaltestellen, die im Zuge von Stuttgart 21 verlegt werden müssen. Hier bestehe also durchaus ie Gefahr, daß von den Stuttgarter Straßenbahnen „Kostenanteile übernommen werden, um das überteuerte Prestigeprojekt nicht zu gefährden“.
– Foto: Offizielle Seite ems-neckar-bahn.de, Der Vorstand
Ulrich Martin
Prof. Dr. Ing. Ulrich Martin, Leiter des Verkehrswissenschaftlichen Instituts Stuttgart (Nachfolger von Gerhard Heimerl) berechnete im Auftrag der DB die Kapazitäten des Tiefbahnhofs von Stuttgart 21 und des Kopfbahnhofs in der alternativen Planung (Kopfbahnhof 21). Beim 8-gleisigen Kellerbahnhof kam die doppelte Leistungsfähigkeit gegenüber dem 16-gleisigen Kopfbahnhof heraus. Martins Satz „Heute besteht der Bahnhof aus 16 Schienen-Sackgassen. Stuttgart 21 löst diesen Knoten auf.“ wurde inzwischen widerlegt. Die Zahlen wurden „schöngerechnet“, wie der ehemalige Leiter des Stuttgarter Haupbahnhofs Egon Hopfensitz ausführt:
Im Kuratorium des Verkehrswissenschaftlichen Instituts von Prof. Martin taucht Raimar Baur auf, der Chef der DB Projektebau Südwest; es finden sich dort auch mehrere Vertreter der Landesregierung, ein Vertreter des Eisenbahnbundesamtes, Manfred Bonz, früher SSB, die Vertreter des Verbandes Region Stuttgart und des Verkehrsverbundes Stuttgart und last not least: Gerhard Heimerl. Und neuerdings ist SSB-Technikvorstand Wolfgang Arnold stellvertretender Vorstand. Das ist der, der durch die Lande zog, um K21 madig zu machen.
– Foto: Prof. Dr. Ulrich Martin (uni-stuttgart.de)
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Verweise
- Bericht des Bundesrechnungshofs über die Projekte Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm
- Gutachten zur Zulässigkeit und Begründetheit eines Widerspruchs gegen den Bescheid der Landeshauptstadt Stuttgart vom 9. Januar 2008
- Kurzgutachten zur Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens gegen „Stuttgart 21“ vom 18.12.2007
- Presseerklärung vom 18.12.2007 zum Bürgerentscheid zu Stuttgart 21: OB wollte Bürgerschaft austricksen
- Stuttgart 21 – demokratisch legitimiert?


