Tanja Gönner

Tanja Gönner (* 23. Juli 1969 in Sigmaringen) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Sie war von 2004 bis 2005 Sozialministerin. Gönner ist am 23. Februar 2010 von Ministerpräsidenten Stefan Mappus zusätzlich zur Verkehrsministerin ernannt worden (durch Bildung eines neuen Umwelt- und Verkehrsministeriums) und damit eine Gewinnerin der am selben Tag verkündeten Umbildung der Landesregierung von Baden-Württemberg.

11. Oktober 2010: Nach Informationen von Handelsblatt Online ist die Landesumweltministerin für die Stiftung eines Shoppingcenter-Betreibers tätig, der in ein gigantisches Einkaufszentrum auf dem S-21-Gelände investieren will. Dabei geht es immerhin um eines der größten privat finanzierten Immobilienprojekte Deutschlands.

Für 500 Millionen Euro will ein Konsortium aus ECE, Strabag und Bayerische Bau und Immobilien Gruppe das „Quartier am Mailänder Platz“ errichten – mit 43.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Gastronomie, Dienstleistung, Hotel, Büros sowie rund 500 Mietwohnungen und 2.200 Tiefgaragenstellplätze. Nun gibt es aber dievon der ECE gegründete Stiftung „Lebendige Stadt“. Namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft gehören dem Stiftungsrat und dem Kuratorium an. Vorsitzender des Kuratoriums ist Alexander Otto, Sohn des ECE-Gründers und Versandhauspioniers Werner Otto.

Wenn ein Regierungsmitglied nicht die nötige Distanz zu Projektbeteiligten wahrt …

Pikant ist, dass dem geschäftsführenden Vorstand der Stiftung Friederike Beyer angehört. Beyer ist die Lebensgefährtin von Günther Oettinger (CDU), früher Stuttgarter Ministerpräsident, heute EU-Kommissar. Endgültig zum Politikum jedoch macht die Sache, dass dem Stiftungsrat die Landesministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Tanja Gönner (CDU), und der Stuttgart-21-Architekt Christoph Ingenhoven angehören.

Wie lässt es sich gewährleisten, dass politische Entscheidungen, im Zusammenhang mit dem Bahnprojekt, unabhängig getroffen werden?

Tanja Gönner ist nicht nur eine der engsten Vertrauten von Ministerpräsident Stefan Mappus, nun macht die Umwelt- und Verkehrsministerin für ihren Chef in Sachen Stuttgart 21 auch fleißig Medienarbeit. „Das kann sie“, heißt es am 7. Oktober 2010 seitens der CDU.

Bei einem unverhältnismäßen Polizeieinsatz am 30. September 2010 wurden über 400 Personen im Stuttgarter Schloßgarten durch Wasserwerfer, Reizgas und Pfefferspray, zum Teil schwer, verletzt. Baden-Württembergs Verkehrsministerin Tanja Gönner verteidigte gegenüber dpa das gewaltsame Vorgehen der Polizei gegen die Stuttgart 21-Demonstranten.

Tanja Gönner brach am 10. Oktober 2010 eine Saudi-Arabien Reise ab. Seit Montag, den 11. Oktober 2010 lässt sie ihre Mitgliedschaft in der Stiftung ruhen.

– Textauszuge: Handelsblatt Online
– Foto: Christoph Streckhardt, Creative Commons-Lizenz


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Montag, 11. Oktober 2010 Person, Slide

11 Kommentare für Tanja Gönner

  1. […] Wirtschaft und Politik am Beispiel #S21 Das S21-Kartell: Tanja Gönner Share/Bookmark This entry was posted in Presseberichte. Bookmark the permalink. ← […]

  2. Das Handelsblatt zum S21-Kartell | Bei Abriss Aufstand, 11. Oktober 2010
  3. Bessere Kommunikation?

    Politiker haben in Unternehmen und Stiftungen nichts zu suchen! Politiker haben Berufe wie Lehrer, Programmierer, Anwalt, Müllermeister, Pädagoge, Arzt – wenn sie in Aufsichtsräten sitzen, dann bestimmt nicht wegen ihrer unternehmerischen Kompetenz! Dasselbe gilt für Stuttgart 21.

    Und wenn Politiker sich den Fehler eingestehen, dass für das Projekt von Beginn an nicht richtig geworben und die Bevölkerung nicht „mitgenommen“ wurde – was wollen Sie uns damit sagen? Dass mit besseren Infos sich S21-Gegner überzeugen lassen? Dass die Millionen für bunte Broschüren und inhaltsschwache Werbung umsonst war? Dass man wichtige Argumente vergessen hat?
    Was genau hätte man denn besser kommunizieren sollen? Das können die Befürworter ja jetzt gerne endlich mal sagen. Aber wetten, es wird nichts mehr kommen – weil es nämlich nichts Neues zu sagen gibt. Denn das alles sind nur Floskeln, um zu besänftigen und von allen Planungsfehlern abzulenken. Jetzt versucht es die Politik auf die schleimige Tour.

    Es geht auch nicht darum das Projekt S21 besser zu verkaufen. Denn die Befürworter haben sicher nicht ohne Grund lange Zeit vieles verschwiegen, was jetzt so langsam alles aufgedeckt wird. Denn dann wären ja die Menschen alle noch viel früher auf die Straße gegangen!

    Das Projekt selbst ist nämlich der Fehler! Eine einzige Katastrophe. Die vielen friedlichen Demonstranten (darunter unzählige langjährige CDU-Wähler) sind vor allem deshalb gegen S21, weil der neu geplante Tiefbahnhof absolut nicht notwendig, zu eng, zu kompliziert, zu unflexibel und schlussendlich eine Geldvernichtungsmaschine ist. Es gibt keinen Bahnknoten neu zu ordnen, denn es gibt kein Problem mit dem jetzigen Bahnhof, das gelöst werden müsste. Stuttgart hat den pünktlichsten Kopfbahnhof in ganz Deutschland!

    Wir alle sind für die Zukunft, für Modernität und Funktionalität – aber nicht für einen künstlich geschaffenen Engpass. Sondern für einen variablen und attraktiven, weil viel sinnvolleren Kopfbahnhof! Nur hier können Züge aufeinander warten, nur hier funktioniert der integrierte Taktfahrplan. Es geht auch nicht darum, in Zukunft alle Großprojekte zu hinterfragen. Aber wenn Verschlechterungen geplant sind statt Verbesserungen herbei zu führen, nur um Immobiliengeschäfte zu tätigen und schwäbischen Vetterleswirtschaft praktizieren zu können, dann wird sich auch in Zukunft das Volk einmischen und friedlich zur Wehr setzen.

    Übrigens – dies alles hat mit der Wahl im Frühjahr überhaupt nichts zu tun. Dass die CDU dann abgestraft wird, steht auf einem anderen Blatt. Der Widerstand wäre nämlich exakt derselbe auch wenn 2011 keine Wahlen wären. Solche billigen Argumente machen das Projekt S21 keinen Deut besser!

  4. Tim Mayer, 12. Oktober 2010
  5. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass Politiker in Stiftungen nichts zu suchen haben. Ich denke, dass die Management- und Networking-Expertisen, die sie dort erwerben, auch für die politische Bühne unerlässlich sind.

    Allerdings müssen diese Leute lernen, sich von diesen Ämtern und Projekten zu distanzieren, wenn sie Entscheidungen für Bevölkerungsmehrheiten treffen. Außerdem muss sowas auch zum eigenen Schutz nach außen kommuniziert werden, damit man sein Gesicht nicht verliert, wenn Beiträge wie dieser hier geschrieben werden.

    Claudia

  6. Claudia, 14. Oktober 2010
  7. […] der „Live-Schlichtung“ von „Stuttgart 21“ auf ihm war. Auch Ministerin Gönner (”Das Stuttgart 21 Kartell“) floh sich immer nur notdürftig in Lächeln und Lachen. Die Masken saßen bereits schief. […]

  8. Ein Geschmäckle: Die Spätzle- und Maultaschen-Connection. Schmierentheater ohne doppelten Boden | The Alien Perspective, 24. Oktober 2010
  9. Wann kommt die verheimlichte Wirtschaftlichkeitsberechnung des ehemaligen SPD-Verkehrsministers auf den Tisch? Allein schon
    wegen der „angebilchen Transparenz“ der Bahn,die ja dem Steuerzahler gehört!

  10. Kobiela Günther, 27. Oktober 2010
  11. 1600 Parkplätze und 2200 Tiefgaragenstellplätze, dieses neue Stadtgebiet wird wirklich superökologisch, weil Verträge regeln werden, daß man nur Elektroautos parken darf?

  12. Ganja Tönner, 1. November 2010
  13. wenns die frau gönner nicht gabe wäre die schlichtung halb so schön.
    ihr dazwischenreden ist hoch interesant. das bringt herrn geisler wie andere schier zur weisglut.
    gell liebe tanja weiter so und die befölkerung erwägt schon mordgedanken wenn die schwäbische schndergosch wieder im einsatz ist.
    und oben bleiben

  14. andrea behrendt, 23. November 2010
  15. ja herr ingenhofen ihr projekt ist ja gut aber das passt nicht zu stuttgart. am besten sie versuchen es in der wüste zu bauen da wäre es von nutzen für die bevölkerung. aber nicht bei uns.
    na wieviel schmiergelder haben sie schon einkasiert für das projekt.
    und auch die risiken die damit verbunden sind.die bevölkerung soll glauben es gäbe keine schwierigkeiten aber die wahrheit sieht anders aus.

  16. andrea behrendt, 23. November 2010
  17. Die Schlichtungsgespräche zu Stuttgart 21 waren sehr informativ und interessant. Es wäre jedoch besser gewesen wenn einige Personen nicht dabei gewesen wären – weil diesen die Wichtigkeit und die Tragweite des ganzen nicht ganz so begriffen haben. Beispiel die Dauergrinser und die belehrenden Selbstdarsteller, die diese Veranstaltungen als persönliche Plattform der Selbstinszenierung benutzten. Ja auch die Ministerin.

  18. Monika Kolibri, 28. November 2010
  19. Der renomierte deutsche investigative Journalist Jürgen Roth, der auch mit Interpol usw. zusammen arbeitet, hat schon vor einigen Jahren ausgebuddelt, dass der Daimler Konzern in die deutschlandweite wirtschaftsmafiöse Struktur, die er „Deutschland-Clan“ nennt, verstrickt ist.
    Na, und ausgerechnet DAIMLER-Bosse haben das Stuttgart-21-Projekt damals vorangetrieben – und sind heute auf der Seite der „Befürworter“! Spricht das nicht deutliche Bände(leien)?

  20. Anton Staufer, 29. November 2010
  21. Die Umweltministerin Tanja Gönner trägt während der gesamten Sclichterspruch-Verkündung mal wieder ihr schiefes, abwertendes Mundverziehen zur Schau.
    Ist das nötig, ist das angebracht?
    Wenn sie meint, damit ausdrücken zu können, wie sehr ihr das alles zuwider ist, so ist ihr das damit voll und ganz gelungen. Sie sollte aber doch so fair sein, und ihre Konsequenzen daraus ziehen und: gehen!
    Wir brauchen solche ignoranten Personen wie sie wirklich nicht.
    Tatsache ist, dass viele Baden-Württemberger glücklich wären, diese Frau nicht mehr ertragen zu müssen!
    Sie beweist wieder mal erneut durch ihre Haltung, ihre Unfähigkeit in diesem Amt.
    Naja, bald sind ja Wahlen!

  22. Elisabeth Miller-Hagsberg, 30. November 2010

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