Christoph Ingenhoven
Ingenhoven ist einer der federführenden Architekten des Bahnhofsumbaus. Schon 1997 hatte er den Wettbewerb um die Neugestaltung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter 190 Mitbewerbern gewonnen. Den Zorn der Landeshauptstädter zog er auf sich, als die anfingen gegen sein Lieblingsprojekt mobil zu machen und er ihnen daraufhin „Historismus-Seligkeit“ vorwarf.
Es ist eine Randbemerkung bei der Präsentation durch den Stuttgart- 21-Architekten Christoph Ingenhoven gewesen. Die Mahnung seines einstigen Partners bezüglich der Gestaltung des Tiefbahnhofs wischte er als „nicht sachgerecht“ hinweg: Frei Otto hatte davor gewarnt, die gut 30 Kilometer langen Tunnelstrecken des Bahnprojekts Stuttgart 21 könnten unwägbare Baurisiken mit sich bringen, der schwäbische Gipskeuper sei ein schlechter Baugrund für Tunnels aller Art. Frei Otto, der „Doyen deutscher Ingenieurskunst“ (FAZ und „Süddeutsche“) hatte auf den Engelbergtunnel, quasi vor seiner Warmbronner Haustür, verwiesen. Dort hatte das störrische, weil aufquellende Gestein schon bei den Probebohrungen buchstäblich Druck gemacht. Gefährdet sei die Standsicherheit des Bauwerks angeblich nicht, so das Regierungspräsidium. Aber seit dem Bau anno 1998 sind Millionenbeträge für die Sicherheit unter Tage fällig geworden: keine Bau-, sondern Unterhaltskosten.
Wenn Ingenhoven dem Ordinarius des Instituts für leichte Flächentragwerke nun mangelnde Kompetenz vorwirft, ist das vollkommen daneben. Frei Otto hat nie Tunnels gebaut. Ingenhoven aber auch nicht. Bleibt die Frage, was denn eigentlich mit der nun anstehenden Rechnung der Tunnelsanierer zu tun ist. Zurücksenden? Einfach ablehnen? Weil nicht sein darf, was nicht sein kann? Man kann zu Stuttgart 21 stehen, wie man will. Frei Otto, der 85-jährige, unbequeme Mahner, hat auf ein technisches Problem hingewiesen. Wer sich als Planer dem von vorneherein verschließt, handelt nicht nur borniert, sondern geradezu fahrlässig.
Frei Ottos Bedenken wegen der schwierigen Geologie bei Stuttgart 21 sind mehr als berechtigt. Die Kritik von Ingenhoven zu den Bedenken von Frei Otto hingegen nicht.
Für 500 Millionen Euro will ein Konsortium aus ECE, Strabag und Bayerische Bau und Immobilien Gruppe das „Quartier am Mailänder Platz“ errichten – mit 43.000 Quadratmetern Verkaufsfläche, Gastronomie, Dienstleistung, Hotel, Büros sowie rund 500 Mietwohnungen und 2.200 Tiefgaragenstellplätze. Nun gibt es aber dievon der ECE gegründete Stiftung „Lebendige Stadt“. Namhafte Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft gehören dem Stiftungsrat und dem Kuratorium an. Vorsitzender des Kuratoriums ist Alexander Otto, Sohn des ECE-Gründers und Versandhauspioniers Werner Otto.
Pikant ist, dass dem geschäftsführenden Vorstand der Stiftung Friederike Beyer angehört. Beyer ist die Lebensgefährtin von Günther Oettinger (CDU), früher Stuttgarter Ministerpräsident, heute EU-Kommissar. Endgültig zum Politikum jedoch macht die Sache, dass dem Stiftungsrat die Landesministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Tanja Gönner (CDU), und der Stuttgart-21-Architekt Christoph Ingenhoven angehören.
– Textauszuge: Michael Schmidt und Handelsblatt Online
– Foto: Matthias Bohlen
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Verweise
- Bericht des Bundesrechnungshofs über die Projekte Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm
- Gutachten zur Zulässigkeit und Begründetheit eines Widerspruchs gegen den Bescheid der Landeshauptstadt Stuttgart vom 9. Januar 2008
- Kurzgutachten zur Zulässigkeit eines Bürgerbegehrens gegen „Stuttgart 21“ vom 18.12.2007
- Presseerklärung vom 18.12.2007 zum Bürgerentscheid zu Stuttgart 21: OB wollte Bürgerschaft austricksen
- Stuttgart 21 – demokratisch legitimiert?



Sehr geehrte Damen und Herren,
als gebürtiger Stuttgarter verstehe ich nicht, daß Menschen gegen die Zukunft der Bahn in BW aus Kostengründen demonstrieren, es aber komentarlos hinnehmen, daß die gleiche Bahn in England Milliarden !! in eine marode Bahn versenkt! Geld, das wir hier brauchen könnten!!!
Mit freundlichen Grüßen
u.k.
Frei Ottos Äußerungen riechen für mich doch etwas nach Panikmache. Schließlich gibt es mittlerweile mindestens zwei moderne Eisenbahntunnel, die durch Anhydrit führen, ohne irgendwelche diesbezüglichen Probleme zu machen: Stuttgarter S-Bahn-Steige und einer der langen Tunnel auf der NBS Mannheim-Stuttgart. Es erstaunt mich eher, daß der Engelbergtunnel so knifflig ist.
Bürger sollen für alles zahlen .Für gierige Bänker.Presstigeobjekte für machtgeile Politiker nun auch noch für Nimmersatte Konzern Vorstände. Da sollen die Stuttgarter Bürger eine jahrelange riesige Baustelle in Kauf nehmen,die sie dann noch mit ihrem Steuergeld bezahlen sollen und sollen aber kein Widerspruch leisten.Erst hat man sie belogen und den wahren preis verschwiegen .Herr Gruber H.Mappus H.Schuster nicht sie Burger sind im Unrecht.Sie sind es und wagen sie sich nicht heimlich bezahlte Raufbolde in die friedlichen Demonstranten zu schmuggeln und dann wieder zu behaupten Diese hätten angefangen..Ihnen und den „C“Politikern die sich immer Christlich nennen traue ich alles zu.. Wenn Sie kein schlechtes Gewissen haben und es ehrlich meinen lassen sie ein Volksentscheid zu. Das ist Fakt und wahre DEMOKRATIE
Für milionen Bürger gibt es nur noch ein Kümmernis Geld zum Leben Hartz4 5 Euro mehr. Milionen arbeiten ganztags für Minilöhne.
Viele Bahnhöfe und Schulen in Deutschland sehen aus als stünden sie in der Ukraine.
Milionen .Deutsche können a.3 Oktober nur noch weinen als feiern..Denn sie hatten was anderes zu tun sie mussten zu den Tafeln eilen.
liebe Spd wir haben verstanden.Ihr habt die sozialen Fronten verlassen und lügt f.die Täter fakt ist wir haben eine noch nicht ausgestandene Finanzkrise ich nenne das ein Zusammenbruch des neoliberalen Wahnsinns. Die Römer wollten ein riesen Reich und sind gescheitert und Hitler hatte auch ein faible für Protzbauten.
Und last of not least Was ist eigendlich mit der Schuldenbremse,wird nicht wie immer der Sozialstaat in Regress genommen?
Beim Engelbergtunnel hat also hat also „das störrische, weil aufquellende Gestein schon bei den Probebohrungen buchstäblich Druck gemacht“. Und warum hat dann niemand gegen den Bau des Engelbergtunnels protestiert? Gelten für Autobahnprojekte andere Maßstäbe als für Eisenbahnprojekte?
Dezember 2010 26.08.2010 11 45 Uhr Kommentare Frei Otto einer der Mitschopfer des Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 fordert einen Baustopp. Ein anderer alter Mann und Mitschopfer indes fordert einen Baustopp Frei Otto der fur den Architekten des neuen Tiefbahnhofs Christoph Ingenhoven die Lichtaugen uber den Bahnsteigen entworfen hatte furchtet plotzlich der Neubau konne wie ein U-Boot aus dem Meer aufsteigen weil der Stuttgarter Talkessel von Mineralquellen durchzogen ist.